Aktuelle Themen und Hinweise

Projekt 2018-2019 ZH/Amrain

Geschichte 2002-2017
Die NEUE KUNSTHALLE ist ein fast experimentelles Projekt.

Wir üben Kritik an der bestehenden Förderung der Kunst und sind generell für ein Systemwechsel und Paradigmenwechsel in der Kulturförderung.

Umfeld
Die Gesellschaft steht im Wandel, bewährte Werte sind in Frage gestellt, die individuellen Möglichkeiten und Identitäten schwinden - und damit kollabiert auch der politische Kompromiss, die Kunst als sinnstiftend anzusehen und damit als Teil der menschlichen Entwicklung seit dem Auftreten des Australopithecus robustus - Lucy. Um dieser Tendenz zu begegnen, begannen die Kulturfunktionäre damit, die künstlerische Tätigkeit als Freizeitaktivtät und soziale Massnahme zu verkaufen, wirtschaftsnahe und akademische Kreise sahnten das kreative Potentzial des Künstlers ab oder benutzen dessen Vokabular um ihre mythischen Expertisen glaubwürdiger zu zeichen. Das ist längst kein Geheimnis mehr und trotzdem schauen alle zu, wie die Qualität der künstlerischen Tätigkeit dadurch bereits begrifflich verballhornt wird.

Ein neues Bekenntnis zu einer unabhängigen und elitären Kultur wäre angesagt. Elitär! Gehts noch? Faschos! Marxisten!

Ein Systemänderung und vor allem ein Paradigmenwechsel würde das Verhältnis zwischen der Gesellschaft und dem künstlerischen Schaffen gänzlich umkehren. Es würde den Einblick auf die prekären Verhältnisse der künstlerischen Produktion und ihrer Repräsentationsinstrumente ermöglichen. Um ein Bild zu machen: Das Tuch, das über dem Tabu liegt, trägt den Geruch des Kunstmarkts und -handels, ist gewoben aus bildungs- und sozialpolitischen Zweckentfremdungen und trägt die Farben der hyperinflationären Debatten der Akademien und Universitäten. Orchestriert wird es durch Neufeudalistische Würdenträger (NFWT), die über die Lohntüte den Verlauf der Kunstgeschichte bestimmen und nebenbei dafür sorgen, dass der epistemologische Anteil der Eigenschaft elitär zum Gegenstand der Neid-Debatte geworden ist, die u. a. auch ausserhalb der Kunst aufzeigt, dass zwischen dem élire (auswählen) und dem élite (das Auserwählte) viel Platz ungenutzt bleibt. Man müsste dem alltäglichen Geschwätz ein paar Grad an Populismus nehmen oder öffentlich endlich anerkennen, dass die Faulheit wieder zu einem Privileg des höheren Standes geworden ist und das eigentlich mit Freude zur Schau zu stellen ist, anstatt, wie ein Fünfjähriger, sie schnöde von sich zu weisen.


Transparenz in der Kulturpolitik. Kulturpolitik ist keine Gesellschaftspolitik.

Die Kunst lieferte bis ins 20 J.h. geeignete oder manchmal auch übersteigerte Ideen zugunsten der Gesellschaft ab - das ist und war ihr Auftrag und ist Grund genug um ihre Unabhängigkeit zu bewahren. Die heutige Gesellschaft - ob West,Süd, Nord oder Ost - ist offensichtlich noch nicht dazu fähig Anregungen und Wissen konstruktiv aufzunehmen und sie politisch zum Nutzen aller umzusetzen. Der Kunst dafür die Schuld zu geben, ist üblich, aber nicht hilfreich. Es scheint, dass die Kunst ein Ansprechpartner braucht, der es gewohnt ist selber Eigenständig und Unabhängig zu sein. Vielleicht ist das Individuum, das in seiner Freizeit im Konsumismus badet, dafür noch nicht bereit. Es ist deshalb mehr als angebracht, der Kunst - trotz ihrer momentanen Wirkungslosigkeit - ihre Freiheit zu lassen, damit sie in Zukunft, wenn die Demokratien erwachsen geworden sind, überhaupt noch existiert.
ZH/Amrain ist ein konkretes Teil-Projekt indem experimentelle Evaluation- und Analyseinstrumente zukunftsgerichtete und sachgerechte Ansätze für die Förderung der Kunst in demokratieähnlichen Verhältnissen entwickeln.